Auf den Spuren des Kalten Krieges – Besuch im Bunker in Hemau

Ein Besuch im geheimen Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges

Ende Juli besuchte der Frauenbund einen ganz besonderen Ort in Hemau: einen geheimen unterirdischen Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges. Bei hochsommerlichen Temperaturen führte uns Herr Semmler fachkundig durch die beeindruckende Anlage und gab uns spannende Einblicke in ein Stück Geschichte, das sonst weitgehend verborgen bleibt.

Der Bunker wurde zwischen 1961 und 1964 errichtet und diente als Prototyp für insgesamt 32 sogenannte „Grundnetz-, Schalt- und Vermittlungsstellen“. Im Ernstfall sollte die Anlage die wichtigen Fernmelde- und Telefonverbindungen sichern. Rund 50 Soldaten hätten hier bis zu vier Wochen unabhängig von der Außenwelt arbeiten können.

Schon die technischen und baulichen Besonderheiten der Anlage waren beeindruckend. Die Außenwände sind bis zu drei Meter dick und boten damit einen enormen Schutz. Die Wasserversorgung wurde über einen 90 Meter tiefen Brunnen sichergestellt. Besonders interessant waren auch die freischwingend montierten Installationen: Geräte, Lampen und sogar die Liegen waren so angebracht, dass sie Erschütterungen möglichst unbeschadet überstehen konnten.

Auf einer Gesamtfläche von rund 1.600 Quadratmetern verbirgt sich damit ein beeindruckendes Zeugnis der Zeit des Kalten Krieges. Bei der Führung wurde deutlich, wie aufwendig die damaligen Planungen waren und welche Bedeutung der Schutz der Kommunikationswege im Falle eines Krieges hatte. Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Semmler für die informative und anschauliche Führung. Trotz der großen Hitze war es für uns alle ein außergewöhnlicher und interessanter Nachmittag, bei dem wir viel Neues über die Geschichte unserer Heimat und die Zeit des Kalten Krieges erfahren konnten.